Wozu eine Kalibrierungsschulung?

Schulung. Viele bekommen einen kalten Schauer über den Rücken, sobald sie das Wort hören. Womöglich weil viele mit dem Wort Schulung, Schule assoziieren. Und dann erscheinen einem plötzlich vorm inneren Auge, diese schlechten Erinnerungen, die man so häufig mit der eigenen Schulzeit verbindet: Klassenarbeiten, Frontalunterricht, unhöfliche Hausmeister. Dabei kann man eine Schulung nur bedingt mit einem herkömmlichen Schulunterricht vergleichen. Schließlich werden dort keine praxisferne Inhalte mehr vermittelt – und von denen gab es in der Schulzeit zu genüge – sondern zusätzliches Wissen, welches im Berufsalltag benötigt wird.

Es war noch früh und die Stimmung war dennoch schon sehr gut an diesem kalten Herbsttag. Die Teilnehmer freuten sich regelrecht darauf, mit anderen junited AUTOGLAS – Partnern ihr Wissen zu erweitern. Schließlich handelt es sich beim Thema Kalibrierung, um eine Technik, die für den Autoglaser immer wichtiger wird. Dabei wissen zwar die meisten Autoglaser, wie man eine Kalibrierung durchführt, wissen allerdings nur wenig über die technischen Grundlagen, die sich hinter der Kalibrierung verbergen.

Die häufigsten Fehlerquellen

Während sich der Seminarraum in Langenfeld nun allmählich füllte, waren die beiden Seminarleiter  des Autoglas Schulungs Centers (kurz: ASC) bereits mit den Vorbereitungen durch. Martin Klein und Andreas Müller, sorgten bereits früh für gute Laune im Seminar und einer angenehmen Lernatmosphäre. Beide witzelten noch ein bisschen mit den Seminarteilnehmern herum, bevor es dann zu einer kurzen Vorstellungsrunde kam. Klein und Müller gründeten das Autoglas-Schulungs-Center im März 2014. Seitdem haben sie über 300 Autoglaser geschult. Darüber hinaus halten Sie häufig auch noch Fachvorträge.

Martin Klein führte zunächst in das Thema Kalibrierung ein. Mit seiner sachlichen und unaufgeregten Art, konnte man ihm gut folgen. Gleich zu Anfang wurde bereits deutlich, dass man mit neuen und wichtigen Informationen zum Thema Kalibrierung versorgt wurde. Dabei wurde auch erläutert, welches die häufigsten Fehler von ungeschulten Autoglasern sind. Zum einen verstehen ungeschulte Autoglaser die Hintergründe einer auch erfolgreich durchgeführten Kalibrierung nicht immer. Häufig liegt es am falschen Aufbau der Tafel oder daran, dass keine Eingangsdiagnose durchgeführt wurden ist. Allerdings sind die Fehler sehr vielfältig. Daher ist ein Grundverständnis für eine Kalibrierung unabdingbar, um diese Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Anschließend wurden die ersten technischen Grundlagen erklärt. Aufgrund der angemessenen Teilnehmerzahl, konnte jeder auch immer wieder nachhaken und Fragen stellen, wenn mal etwas nicht genau verstanden wurde oder um tiefer in die Materie einzutauchen. Die häufigste Frage dabei war sicherlich, warum man überhaupt eine Kalibrierungsschulung machen sollte. Andreas Müller antwortet darauf: “Die Mitarbeiter sollten sich schulen, damit sie auch die Hintergründe einer Kalibrierung verstehen. So können auch bei Fehlern, die entsprechenden Maßnahmen getroffen werden, um diese zu beheben.“ Es reicht also nicht, dass man zwar weiß, wie man eine Kalibrierung  „erfolgreich“ durchführt, sondern es ist auch wichtig dass man die Funktionsweise versteht und so eigenständig und zielgerichtet entsprechende Fehlerquellen beseitigen kann. Eine Kompetenz, die in  Zukunft für Autoglaser von immer größerer Bedeutung werden wird, denn die Anzahl an Fahrzeugen mit entsprechend kalibrierungsbedürftigen Systemen steigt von Jahr zu Jahr.

Drei Module an drei Tagen

Das Seminar besteht insgesamt aus drei Modulen. Jedes Modul füllt einen Tag. Am ersten Tag wurden den Teilnehmern die Grundkenntnisse aller relevanten Sensoren und Fahrerassistenzsysteme vermittelt. Diese Grundlagen sind unabdingbar für die Diagnose und Kalibrierung der Fahrzeuge. Anschließend wurde die Einrichtung der MegaMacs erläutert und die richtige Bedienung vermittelt. Am zweiten Tag wurde es dann praktischer. Hier wurden u.a die Komponenten der CSC-Tools vermittelt, sowie die Kalibrierung verschiedener Kamerasysteme. Am dritten Tag wurde sich auf das Radar am Fahrzeug konzentriert. Das Seminar schließt mit einer Prüfung ab, die in der Regel gut gemeistert wird. Auch die Seminarteilnehmer in Langenfeld, allesamt Partnerbetriebe von junited AUTOGLAS in Nordrhein-Westfalen, konnten am Ende alle mit bestandener Prüfung und neuen Fachwissen den Heimweg antreten und sind nun bestens gerüstet für die Zukunft.